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15 06.05.2011

FAZ-App fürs iPad: Ein PDF-Reader im besten Sinne

iPad-App der Frankfurter Allgemeinen ZeitungDie FAZ-App für das iPad (kostenlos, App Store-Link) ist ein PDF-Reader, kann man abfällig sagen. Und wirklich zu widersprechen gibt es da nichts. Dennoch nutzen wir die App der Frankfurter Allgemeinen Zeitung regelmäßig. Die Anwendung zeigt: Alte Medien haben ihre Vorteile.

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Eigentlich hatten wir die App gar nicht testen wollen. Am 20. April 2011 erschien die iPad-App der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (kostenlos, App Store-Link)  im App Store. Aber deren Funktionen waren so schlicht, dass wir uns keinen Erkenntnisgewinn versprachen.

Die App bildet mehr oder weniger Eins zu Eins die Printausgabe auf dem iPad ab: Wie ein PDF wird Seite für Seite auf dem Bildschirm angezeigt, mit einem Klick auf einen Artikel gelangt man in den Lesemodus.

FAZ - iPad-App

So weit, so schlicht, so langweilig.

Weil aber nach dem Herunterladen der kostenlosen App für die ersten 14 Ausgaben der Zeitung nichts bezahlt werden muss (danach kostet jede Ausgabe 1,59 Euro), fingen wir doch bisweilen an zu lesen. Und aus bisweilen wurde regelmäßig.

Wie das gekommen ist? Vier Gründe.

1) Content rules! Man muss nicht auf einer Linie mit allen politischen Einstellung der FAZ liegen, um dennoch zu dem Urteil zu gelangen, dass die Qualtität der Texte im Vergleich noch immer herausgehoben ist. Wir nutzen die App, weil die Inhalte gute sind!

2) Useability rules! Der Funktionsumfang der App ist überschaubar. Doch was da ist, funktioniert problemlos. Eine Ausgabe ist schnell heruntergeladen und ab 21:30 Uhr des Vorabends steht die Ausgabe des nächsten Tages zum Download bereit. Außerdem lassen sich die Seiten einfach blättern, man kann in Ressorts klicken und der Lesemodus macht das Lesen angenehm.

So weit so relativ erwartbar. Eine andere Sache aber hat uns über uns selbst staunen lassen.

Eigentlich ist die iPad-App der FAZ antiquiert. Das „alte Medium“ Print wird digitialisiert auf einem neuen Medium zur Verfügung gestellt. Das kann eigentlich nicht wirklich gut gehen. Neue Medien verlangen neue Aufbereitungs- und Darstellungsmethoden – könnte man meinen. Dennoch nutzen wir die FAZ-App gerne. Der Gund: Die vermeintlich veraltete Darstellung bietet zwei Vorteile.

Im Gegensatz zum Lesen im RSS-Feed oder auf Newswebseiten sieht man bei der Printausgabe eine klare Priorisierung der Inhalte durch die Redaktion (Grund 3). Was wichtig ist, ist Aufmacher, Nebensächlichkeiten sind nur eine Notiz wert. Die Einordnung von Nachrichten ist gerade bei Medien wie der FAZ, die das Wichtigste aus aller Welt sammelt, wichtig. Dem Leser wird gesagt, was von Bedeutung ist.

Ein zweiter Vorteil der PDF-Ansicht kommt hinzu: Die „Print“-Ansicht macht unmittelbar ersichtlich, wie lang ein Artikel ist. Während beim Lesen auf Webseiten man meist die Textlänge zunächst nicht kennt und man damit nicht weiß, welcher persönlicher Zeitaufwand nötig ist (Grund 4), gibt die Printansicht noch vor dem Lesen Orientierung.

Lesemodus in der FAZ-iPad-App

Fazit

Erwartbarkeit und Einordnung – beides kann die Printansicht besser leisten als gängige Onlinedarstellungen.

Wir glauben dennoch nicht, dass die Eins-zu-Eins-Übertragung von Print auf Digital Zukunft hat. Wem es gelingt, die Vorteile der Printwelt auch digital abzubilden, und zwar mit neuen, noch zu entwickelnden Methoden, dem gehört die Zukunft.

Die iPad App der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (kostenlos, App Store-Link) ist lediglich ein Zwischenschritt hin zu dieser neuen Welt. Aber einer, der uns gefällt.

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