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207 16.01.2011

iGeneration: Mobile Technik von Anfang an

Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass Babys mit dem iPhone spielen und später einmal ohne Bücher zur Schule gehen. Smartphones und Tablets verändern unseren Alltag und stellen unsere Kinder vor neue Herausforderungen. Das Beste, was Eltern und Lehrer tun können: Mobile Technik kennenlernen, um den Nachwuchs – die iGeneration – darauf vorzubereiten.

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Übersicht:


Absolute Beginner


Ob im Auto, beim Arzt oder einfach nur zur Ablenkung – viele Eltern geben ihren Sprösslingen das iPhone in die Hand, sobald diese zugreifen können. Das faszinierende Spielzeug leuchtet, blinkt, macht Geräusche, und das Multitouch-Display reagiert auf die tapsigen Berührungen der Kinder. Software-Entwickler haben das Potenzial erkannt und überfluten den App Store in iTunes mit Spielen und anderen Apps für Kinder.

„Eltern können mittlerweile eine Vielzahl von edukativen Apps – zum Beispiel zum Rechnen oder Lesen lernen – herunterladen und so die Faszination ihrer Kinder für Smartphones positiv nutzen“, sagt Kirstin Hofkens, Herausgeberin der Mobile Children’s Books. Zusammen mit ihrem Mann entwickelt sie Kinderbuch-Apps, deren Geschichten mit multimedialen Elementen für das iPhone und das iPad aufbereitet sind. „Grundsätzlich sind Lern-Apps und interaktiven Büchern der Vorzug vor reinen Spiele-Apps zu geben“, empfiehlt Hofkens, die regelmäßig mit ihren Kindern Apps testet und die Bewertungen auf dem Blog iphonekinderapps.de veröffentlicht.

Auf der Suche nach Apps für Kinder bietet Apple jeweils für das iPhone und iPad Übersichtsseiten im App Store von iTunes an. Rund 70 Apps sind den Kategorien „Schreiben und Lesen lernen“, „Musik, Malen und Kreativität“ sowie „Spiele und Wissen“ zugeordnet. Weitere Apps finden sich aber auch in den App Store-Bereichen Bildung, Spiele oder Musik, darunter auch Anwendungen, die bereits für Kleinkinder geeignet sind – wie zum Beispiel Muh-Box (kostenlos, App Store-Link), Sound Touch (2,39 Euro, App Store-Link) oder Baby Piano (1,59 Euro, App Store-Link). Tipp: Generell sollten Eltern In-App-Käufe in den Einstellungen deaktivieren, um sich vor ungewollten Downloads zu schützen.

Damit das iPhone aber auch die von Eltern gewünschte entwicklungsfördernde Wirkung entfalten kann, sind ein paar Regeln zu beachten. „Vor allem Kleinkinder brauchen in den ersten Lebensjahren taktile Erfahrungen, dank derer sie die Dreidimensionalität und die Beschaffenheit von Objekten erfahren“, erklärt Daniel Süss, Professor für Medienpsychologie an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. „Diese Erfahrungen machen sie auf virtuellen Ebenen nicht. Es ist so, als würde man mit einem Kleinkind ein Bilderbuch oder ein Video anschauen. Es bereitet dem Kind sicherlich Vergnügen, bringt es aber im Umgang mit Objekten nicht vorwärts.“

„Wichtig ist, dass die Apps die Kinder auf altersentsprechendem Niveau erreichen, unterhalten und gleichzeitig möglichst unbemerkt fördern“, sagt Katharina Meinel. Mit Ridili leitet sie einen Verlag, der sich ebenfalls auf die Veröffentlichung von interaktiven und mehrsprachigen Kinderbuch-Apps spezialisiert hat. Ihr Credo: „Gute Kinder-Apps müssen grafisch, inhaltlich und akustisch hochwertig produziert werden und dürfen lediglich eine Ergänzung zum Spiel mit realen Objekten sein.“

Fünf Apps für Kinder:

Baby Piano ist eine farbenfrohe Musik-App, mit der auf einer Klaviatur Töne oder Tierstimmen erzeugt oder einfache Melodien nachgespielt werden können. Die App ist sowohl für  iPhone oder iPod touch (1,59 Euro, App Store-Link) oder als iPad-Version (1,59 Euro, App Store-Link) erhältlich.

Pimpfi und Rocco, ein Dackel und Riesenschnauzer, streiten in diesem fantasievoll illustrierten Kinderbuch um einen Knochen. Die Texte sind viersprachig und werden von professionellen Hörbuchsprechern vorgelesen. Erhältlich als Universal-App (2,99 Euro, App Store-Link).

Die Muh-Box hilft Kindern, über 40 Tiere und ihre Laute kennen zu lernen. Zu den Bewohnern des virtuellen Zoos gehören unter anderem Elefant, Delfin, Eule oder Dinosaurier. Die App ist für iPhone oder iPod touch (kostenlos, App Store-Link) und für das iPad (kostenlos, iPad App-Link) erhältlich.

Janosch ABC ist eine Buchstabenlern-App mit den Figuren aus dem Kinderbuchklassiker „Oh, wie schön ist Panama“. Durch das Einfangen der fliegenden Buchstaben trainieren Kinder gleichzeitig ihre Feinmotorik. Die App ist für iPhone oder iPod touch erhältlich (1,59 Euro, App Store-Link).

Stempeln, malen, zeichnen ist die App zu dem gleichnamigen Buch von Norbert Pautner. Auf dem Display können Kinder mit runden und eckigen Stempelformen unzählige Figuren und Szenen frei oder nach Vorlage gestalten. Die App ist für das iPad (3,99 Euro, App Store-Link) erhältlich.

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Mobile Technik in der Schule


Fast täglich erreichen uns Meldungen aus den USA, dass Schulen und Universitäten auf das iPad als Lernmittel setzen. Und auch in Europa erkennen zunehmend Pädagogen und Schüler die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten mobiler Technik im Unterricht. So hat in Schottland eine Schule ihre Schüler mit dem iPad ausgestattet, und auch in Österreich gibt es einen Pilotversuch mit Apples Tablet. „iPad in Education“ heißt das Projekt an der Informatik-Hauptschule Jennersdorf, das von der Pädagogischen Hochschule Burgenland wissenschaftlich begleitet und evaluiert wird.

„Atlanten, Lexika, die Bibel – alles ist mit wenigen Fingerbewegungen erreichbar“, sagt Hannes Thomas, Direktor der Schule. „Die dicken Bücher können daher wegfallen, die Schultaschen der Kinder werden leichter.“ Wichtiger als diese praktischen Begleiterscheinungen sind Thomas aber die pädagogischen Möglichkeiten. „Mit dem iPad können wir Lerninhalte mit weiterführenden Internetseiten, Bildern, Videos oder Audiodateien verknüpfen. Dadurch kann man auch verschiedene Lerntypen ansprechen. Der größte Vorteil aber ist, dass es so bedienerfreundlich ist“, sagt Thomas.

Dass der Einsatz mobiler Technik im Unterricht keine Modeerscheinung ist, die allein Apple zu verdanken ist, beweisen seit Anfang der 1980er Jahre die Produkte von Wacom. Die japanische Firma mit Europasitz in Krefeld war Pionier bei der Entwicklung von Stiften als Eingabegerät für Computer und hat sich als Weltmarktführer für Stifttablets durchgesetzt. Weltweit kommen ihre Lösungen auch im Unterricht zum Einsatz und ersetzen sinnvoll klassische Schulmaterialen.

Am Albert-Einstein-Gymnasium im Kaarst beispielsweise wollten Lehrer und Schüler den Unterricht interaktiver gestalten. Es gab aber keine Möglichkeit, etwas mit der Hand am Computer zu schreiben oder zu skizzieren, so dass es alle sehen konnten. Das Tafelbild hatte zudem den Nachteil, dass es zeitaufwändig abgeschrieben werden musste. Dagegen können die Schüler mit Hilfe eines Stifttablets der PL-Serie und eines angeschlossenen Beamers die Eingaben des Lehrers direkt nachverfolgen. „Wir schreiben wie auf einem Blatt Papier“, erklärt Olaf Koch die Anwendung. „Weiterer Vorteil: Hinterher können wir die Ergebnisse sichern und daran weiterarbeiten.“ Dazu stellt Koch die Unterrichtsarbeit am Tablet allen Schülern über die schuleigene Internetplattform „Io-net“ zur Verfügung. Sein Fazit: „Was als Idee in einer Physik-AG entstanden ist, hat unseren ganzen Physikunterricht positiv verändert.“

Auch Hannes Thomas ist von der nachhaltigen Wirkung seines iPad-Projekts überzeugt: „Die schulische Zukunft könnte recht bald so aussehen“, sagt er getreu dem Jennersdorfer Schulmotto „Wir gestalten Zukunft.“ Zwei Schulbuchverlage haben bereits die Zusammenarbeit angekündigt und entwickeln Apps für den Unterricht, das Unterrichtsministerium finanziert das Projekt für ein Jahr mit 37.000 Euro, und mittlerweile gibt es eine zweite iPad-Klasse an einer Handelsakademie in Eisenstadt.

Fünf Apps für Schüler:

MathBoard bietet Kindern im Grundschulalter die Möglichkeit, die Mathematikkenntnisse auf spielerische Art zu verbessern. Neben den vier Grundrechenarten bietet die App auch Übungen mit Quadrat-, Kubik- und Wurzelrechnungen. MathBoard ist für das iPad (2,99 Euro, App Store-Link) erhältlich.

The Elements macht das Periodensystem lebendig. Jedes Element lässt sich um 360 Grad drehen oder mit einer 3D-Brille (nur iPad) räumlich erfassen. Stets aktuelle Inhalte liefert der Infodienst Wolfram/Alpha. Erhältlich für iPhone 4 (7,99 Euro, App Store-Link) oder iPad (10,99 Euro, App Store-Link).

Star Walk informiert in Echtzeit über unser Sonnensystem. Einfach das iPhone oder iPad zum Himmel halten, und die App zeigt automatisch sämtliche Himmelskörper über dem jeweiligen Standort auf der Erde. Erhältlich für iPhone und iPod touch (2,39 Euro, App Store-Link) oder iPad (3,99 Euro, App Store-Link).

Lernsnacks hilft Schülern der Mittelstufe ihre Mathekenntnisse zu verbessern. Herausgeber der App ist der Schulbuchverlag Cornelsen. Thema der Basis-Version (0,79 Euro, App Store-Link) ist Prozentrechnung. Weitere Lernsnacks – mit je 200 bis 300 Aufgaben – können via In-App-Kauf für 2,99 Euro gekauft werden.

Stundenplan sorgt für Ordnung im Schulalltag und ist auch für Eltern geeignet, die bei mehreren Kindern nicht den Überblick verlieren wollen. Die App bietet verschiedene Ansichten und die Möglichkeit, zu jedem Eintrag eine Notiz zu verfassen. Erhältlich für iPhone und iPod touch (1,59 Euro, App Store-Link).

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Ein iPad für Jedermann


Neben der Entwicklungs- und Bildungsförderung und der Nutzung als Spielgerät sind noch weitere Einsatzmöglichkeiten des iPads und anderer mobiler Technik denkbar. Überall dort, wo Kinder von ihrer gewohnten Umgebung getrennt sind, Kommunikation oder Zugang zu Lerninhalten vermissen, können Tablets sinnvolle Begleiter sein.

Im Krankenhaus beispielsweise kann das Personal kranke Kinder häufig nicht ausreichend pädagogisch betreuen. Es gibt keine eigenen Spielzimmer und die Freunde sind auch nicht da. Eine Antwort ist das iPad, das Kinder und Jugendliche von ihrer Situation ablenkt, ihren Lernfortschritt unterstützt und ein Fenster zur Außenwelt darstellt.

Kinder und Jugendliche haben den natürlichen Drang, Neues zu entdecken. iPad, Spielekonsole und Computer fördern den Zugang zu Wissen und den Umgang mit neuen Technologien. Es ist kein Zufall, dass die Marktforscher von Nielsen das iPad als beliebtesten Weihnachtswunsch unter den Sechs- bis Zwölfjährigen ausgemacht haben. Worüber sich Kinder und Visionäre keine Gedanken machen: Der Preis für ein iPad – ab 500 Euro – oder vergleichbare mobile Technik ist hoch. In Deutschland kommen die meisten Projekte nicht über das Planungsstadium hinaus. Die flächendeckende oder projektbezogene Verbreitung unter Kindern und Jugendlichen lässt sich nicht ohne den Einsatz von Stiftungen, Mäzen oder staatlicher Hilfe durchsetzen.

Gute Argumente finden potenzielle Förderer etwa an der Seton Hill Universität in Pennsylvania. Seit vergangenem Herbst erhält dort jeder Student ein MacBook Pro und ein iPad. Die Folge: Mehr Engagement, mehr Zusammenarbeit, weniger Papierverbrauch. Das zukunftsweisende Motto der Schule: „An iPad for Everyone“.

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