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  13.02.2011

Mac App Store: Wie Apple die Menschen dazu bringt, das Richtige zu tun

Apple legt keinen gesteigerten Wert darauf, Software-Piraten zu verfolgen. Das war im Zeitalter der CDs so, und ist im Mac App Store nicht anders. Michael Gartenberg, IT-Kolumnist und Analyst bei Gartner, findet diese Denkweise vollkommen richtig, denn: „Die meisten Leute tun das Richtige, vor allem wenn es einfach ist, das Richtige zu tun.“

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Viele Hersteller setzen auf die Eingabe von Lizenzschlüsseln, um zu verhindern, dass Unberechtigte ihre Software installieren. Meistens verifiziert eine Online-Abfrage eine Mehrfachnutzung desselben Codes. Wer das Programm auf einem weiteren Rechner installieren möchte, ist also gezwungen, die Lizenz auf einem anderen Rechnern zu deaktivieren.

Aber das geht häufig nicht ohne Probleme: Viele haben ihre CDs verlegt oder den Code verloren. Das kann teuer werden. „Häufig muss man Service-Nummern in Übersee anrufen und eine halbe Stunde darauf verschwenden, jemanden davon zu überzeugen, dass man kein Software-Pirat ist“, schildert Michael Gartenberg, IT-Journalist und Analyst beim Marktfoschungsunternehmen Gartner, seine Erfahrung für Macworld.

Der Mac App Store geht einen anderen Weg. Die Richtlinien untersagen den Vertrieb von Software mit Lizenzschlüsseln. Außerdem können Nutzer die einmal gekaufte Software auf allen Rechnern herunterladen, die mit demselben iTunes-Account verknüpft sind. Theoretisch ist ein Unternehmer in der Lage, iWork einmal zu kaufen und für ein dutzend Mitarbeiter herunterzuladen. „Zwar gibt es Bestimmungen, die die professionelle Nutzung von Mac App Store-Käufen auf einen Einzelplatz beschränken“, sagt Gartenberg. „Aber es gibt im Moment nichts, was Nutzer davon abhält, das zu tun.“

„Das ist für Apple nicht neu“, erklärt Gartenberg. „Auf dieselbe Weise hat das Unternehmen auch schon seine verpackten Programme vertrieben. Es ist gleich, ob ich einen Snow Leopard Family Pack kaufe, oder aber aber eine Einzellizenz auf allen Rechner der Familie installiere.“

Der Ansatz von Apple sei simpel. „Er appelliert an den Anstand“, sagt Gartenberg. „Das Unternehmen ist der Überzeugung, dass Leute, die die Wahl haben, auch das Richtige tun. Der Ansatz impliziert auch, dass Anti-Piracy-Techniken illegale Nutzer nicht stoppen sondern ehrliche nur behindern. Gartenberg: „Entscheidend ist, dass die meisten Leute das Richtige tun, vor allem wenn es einfach ist, das Richtige zu tun.“

Gartenberg schließt nicht aus, dass es immer Leute geben wird, die kein Geld für Software, Musik oder andere Inhalte ausgeben wollen. Und die auch überzeugt sind, dass es okay ist, so zu handeln. Manche halten es auch für richtig, den Mac App Store zu „cracken“, um kostenlos an die Software zu kommen.

Für Gartenberg spielt das keine Rolle. „Ob bei der Arbeit oder in meiner Freizeit – ich bin in vielen Bereichen meines Lebens auf Software angewiesen. Ich will, dass die Entwickler, die das Talent und die Fähigkeit haben, diese Hilfsmittel zu schaffen, erfolgreich sind. Und ich will, dass sie mehr von diesem Zeug machen.“ Gartenberg ist überzeugt, dass der Mac App Store mit seiner Denkweise dieses Ziel unterstützt, und dass Apples Vorgehen in dieser Sache ein Modell für die ganze Branche ist.

Sein Appell: „Vergesst, dass ihr an Apps ohne Bezahlung kommen könnt. Es spielt keine Rolle, ob der Mac App Store gecrackt werden kann oder nicht. Zeigt den Entwicklern, dass dieses Modell funktioniert, und dass es ein Gewinn für beide ist – für Nutzer und Entwickler.

Denkt daran: Es geht um Anstand. Und das ist eine gute Sache.“

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