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1 05.02.2011

The History of Jazz: Von Ragtime bis Future, von Buddy Bolden bis Joshua Redman

Der App Store wirbt zur Zeit mit einer recht lieblosen Auswahl von 24 „Apps fürs Sofa“. Eine hat es aber doch geschafft, dem Fernseher ein paar Stunden Ruhe zu gönnen. The History of Jazz (7,99 Euro, iPad App-Link) ist eine stilsichere Mischung aus Biografien, Musik- und Video-Highlights aus über 120 Jahren Jazz-Geschichte, bei der Sie sich getrost zurücklehnen können.

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„Jedes Solo so zu spielen, als sei es das letzte, was du in deinem Leben spielst. (…) Das ist das Geheimnis“, hat einmal Pee Wee Russell gesagt, der Anfang des 20. Jahrhunderts zu den herausragenden Vertretern des Dixie gehörte. Sein bevorzugtes Instrument war die Klarinette. Sein Stil unorthodox. Und zuweilen kritisierten die Kollegen, dass Russell aus der Reihe tanzen würde.

Innerhalb weniger Augenblicke verschafft die App The History of Jazz einen Überblick über die wichtigsten Fakten des jeweiligen Jazz-Künstlers, angereichert mit einer Übersicht der wichtigsten Alben und Songs – jeweils mit Download-Links in den iTunes Store. Was die App aber so fesselnd macht, ist die Auswahl von Youtube-Videos, die die Macher der App den Künstlern und Stilen zugeordnet haben. Meistens historische Dokumente, Konzert-Mitschnitte, Studioaufnahmen oder TV-Fundstücke. Immer eingebettet in das zurückhaltende, kunstvolle Design der App.

Ausgangspunkt der App ist eine Zeitleiste von den Anfängen des Jazz – der Zeit des Ragtime Ende des 19. Jahrhundert – bis heute, wo sich Nu Jazz, Future und Acid Jazz überschneiden. Ab 1920 wandert The History of Jazz in Fünf-Jahres-Schritten durch die Epochen. Meilensteine, die auf der Klaviatur am unteren Bildschirmrand hervorstechen, sind der Beginn der Swing-Ära, des Cool und auch Vocal Jazz. Mit einem Klick lässt sich die Leiste umklappen, und ein Schaubild mit allen Stilen wird sichtbar.

Stundenlang kann man durch die Epochen schwelgen und dabei den Hype um Benny Goodman in der Carnegie Hall erleben oder Dave Brubeck bei einer Live-Performance von „Take Five“. Zu den Höhepunkten gehört sicher auch João Gilberto im Duett mit Caetano Veloso mit „Girl From Ipanema“ oder Herbie Hancock bei einer Session mit Carol Welsman. Die App lässt nichts aus: Frank Sinatra, Dexter Gordon, Lonnie Smith, Ella Fitzgerald, John Coltrane, Al Die Meola – und sogar Jazzanova.

Da die Entwickler von 955 Dreams die Videos der Apps aus Youtube einspielen, kann es leider auch vorkommen, dass ein Video nicht verfügbar ist. Insgesamt sind aber über 45 Stunden Videomaterial verarbeitet – und es werden mehr: In regelmäßigen Updates ergänzen die Entwickler neue Künstler und Fakten.

The History of Jazz unterstützt AirPlay, so dass Songs und Videos direkt zu einem AirPlay-fähigen Hifi-System oder zum Apple TV gestreamt werden können. Eine nette Funktion ist der Screensaver-Modus, der eine Slideshow hochwertiger Künstlerfotos bildschirmfüllend abspielt. Was der App fehlt, sind eine Suchfunktion oder eine alphabetische Übersicht aller Künstler.

Fazit: The History of Jazz ist eine wunderbare App für gemütliche Sofaabende oder verregnete Sonntage. Die ausführliche Zusammenstellung der Inhalte lässt über ein ausnahmsweise fehlendes Video hinwegsehen. Vielleicht geht die App echten Jazz-Fans nicht tief genug ist Detail – Einsteiger und Casual-Hörer aber werden die App mit dem Gefühl verlassen, wieder etwas gelernt und erlebt zu haben. Oder um es mit den Worten von Art Blakey zu sagen: „Jazz washes away the dust of everyday life.“

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